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EPR erklärt

Was ist EPR und warum betrifft es dich als Amazon-Händler?

EPR klingt nach Bürokratie. Ist es auch. Aber wenn du es ignorierst, sperrt Amazon deine Listings. Diese Seite erklärt in einfachen Worten was du wissen musst.

EPR in einem Satz

EPR bedeutet: Wer Produkte verkauft die Verpackungen, Elektronik oder Batterien enthalten, muss sich in jedem EU-Land registrieren, Gebühren zahlen und regelmässig melden wie viel er verkauft hat. Der Staat will sicherstellen, dass die Recyclingkosten beim Hersteller oder Händler hängen bleiben, nicht beim Steuerzahler.

EPR steht für Extended Producer Responsibility, auf Deutsch: Erweiterte Herstellerverantwortung. Das Konzept gibt es in der EU seit den 1990er Jahren. Mit der neuen PPWR-Verordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation) und strengeren Kontrollen durch Amazon wird es ab August 2026 für alle Online-Händler verpflichtend durchgesetzt.

Was bedeutet das konkret für Amazon-Händler?

Amazon verlangt ab dem 12. August 2026, dass du für jeden Marktplatz auf dem du verkaufst eine gültige EPR-Registrierungsnummer in deinem Seller Central hinterlegst. Ohne diese Nummer sperrt Amazon deine betroffenen Listings automatisch, ohne dich vorher zu warnen.

Was passiert ohne Registrierung: Amazon delistet deine Produkte auf den betroffenen Marktplätzen. Du verlierst den Umsatz auf diesen Märkten. Eine nachträgliche Registrierung dauert 2 bis 10 Werktage, in manchen Ländern länger.

Welche Produkte sind betroffen?

Grundsätzlich jedes Produkt das eine Verpackung hat. Das sind fast alle Produkte die auf Amazon verkauft werden. Darüber hinaus gibt es für bestimmte Kategorien zusätzliche Pflichten:

📦
Verpackung
Betrifft alle Amazon-Seller die Produkte in Verpackungen versenden. Egal ob Karton, Plastikfolie, Polstermaterial. Pflicht in allen EU-Ländern.
🔌
Elektro (WEEE)
Betrifft alle die Elektrogeräte oder Elektronik verkaufen. Haushaltsgeräte, Gadgets, Ladekabel, Lampen, Werkzeug mit Motor. Pflicht in allen EU-Ländern.
🔋
Batterien
Betrifft alle die Produkte mit eingebauten oder mitgelieferten Batterien verkaufen. Spielzeug mit Batterien, ferngesteuerte Geräte, Powerbanks. Pflicht in allen EU-Ländern.

Du weisst nicht ob du betroffen bist? Wenn du Produkte in physischen Verpackungen auf Amazon verkaufst, brauchst du mindestens die Verpackungsregistrierung. Das ist bei fast allen Händlern der Fall.

Welche Länder, welche Behörden?

Jedes EU-Land hat seine eigene Behörde und sein eigenes Registrierungssystem. Hier die wichtigsten für Amazon-Händler:

🇩🇪 DE
LUCID (Verpackungsregister der ZSVR) für Verpackungen, Stiftung EAR für Elektro und Batterien. LUCID ist vollständig digital und hat eine API, die eine automatische Anbindung ermöglicht.
🇫🇷 FR
CITEO für Verpackungen, Eco-systèmes für Elektro. Frankreich hat auch als erstes EU-Land eine EPR für Textilien eingeführt (Refashion).
🇮🇹 IT
CONAI für Verpackungen, CdC RAEE für Elektro. Italien verlangt eine Mitgliedschaft beim Konsortium, nicht nur eine Registrierung.
🇦🇹 AT
ARA für Verpackungen, ERA für Elektro. Österreich hat ähnliche Anforderungen wie Deutschland.
🇵🇱 PL
BDO bündelt alle EPR-Pflichten in einem Register. Die Kommunikation läuft auf Polnisch, das Verfahren dauert oft 3 bis 6 Wochen.

Komplyo deckt ausserdem Spanien (ECOEMBES), Niederlande (Afvalfonds Verpakkingen), Schweden (FTI) und Belgien (Fost Plus) ab.

Was kostet die Registrierung?

Die Behördengebühren hängen davon ab wie viel du verkaufst. Für Kleinmengenerzeuger mit wenig Volumen sind die Beträge überschaubar:

Typische Jahresgebühren für Kleinmengenerzeuger:

LUCID (DE) ca. €50 bis 400 je nach Verpackungsmengen

CITEO (FR) ca. €50 bis 500

ARA (AT) ca. €80 bis 300

Andere EU-Länder in ähnlicher Grössenordnung

Diese Gebühren fakturiert dir die Behörde direkt. Komplyo stellt nur das Servicehonorar für Anmeldung und Verwaltung in Rechnung.

Gilt das auch für Schweizer Unternehmen?

Ja, vollständig. Das EU-Recht gilt nach dem Marktortprinzip: Wenn du auf einem EU-Amazon-Marktplatz (amazon.de, amazon.fr usw.) verkaufst, unterliegst du dem EU-Recht des jeweiligen Landes. Du brauchst dieselben Registrierungen wie ein deutsches oder französisches Unternehmen. Viele Schweizer Amazon-Händler wissen das nicht.

Was muss ich konkret tun?

1
Feststellen welche Streams relevant sind. Verkaufst du nur Produkte in Verpackungen? Oder auch Elektronik oder Artikel mit Batterien? Das bestimmt welche Registrierungen du brauchst.
2
Für jedes Land separat registrieren. Pro Land und pro Stream eine Registrierung. Wer auf 5 EU-Marktplätzen verkauft und Verpackungen + Elektronik hat, braucht bis zu 10 Registrierungen.
3
EPR-Nummern bei Amazon hinterlegen. Jede Registrierungsnummer muss manuell im Amazon Seller Central eingetragen werden, pro Land und pro Stream.
4
Regelmässig melden. Je nach Land und Behörde quartalsweise oder jährlich, wie viel du in diesem Land verkauft und verpackt hast.
5
Fristen im Blick behalten. Jede Behörde hat ihre eigenen Meldefristen. Die PPWR-Hauptdeadline ist der 12. August 2026, danach laufen laufende Meldepflichten weiter.

Häufige Fragen

Ich verkaufe nur in Deutschland. Brauche ich trotzdem mehrere Registrierungen?
Für Deutschland brauchst du je nach Produktkategorie bis zu drei Registrierungen: LUCID für Verpackungen, Stiftung EAR für Elektronik, und Stiftung EAR für Batterien. Das sind drei separate Registrierungsnummern die du bei Amazon einträgst.
Ich bin schon bei LUCID registriert. Reicht das?
Für Deutschland und Verpackung ja. Für Elektronik brauchst du zusätzlich die Stiftung EAR. Für jeden weiteren Marktplatz (FR, IT, AT usw.) brauchst du separate Registrierungen bei den dortigen Behörden.
Was passiert wenn ich die Deadline verpasse?
Amazon sperrt deine Listings auf den Marktplätzen ohne gültige EPR-Nummer. Du verlierst den Umsatz bis du eine Nummer vorlegen kannst. Zusätzlich drohen Bussgelder von den nationalen Behörden, die je nach Land zwischen €1.000 und €50.000 liegen können.
Wie lange dauert die Registrierung?
Deutschland (LUCID) geht schnell, oft innerhalb von 24 Stunden. Frankreich, Italien und Österreich dauern 3 bis 10 Werktage. Polen kann 3 bis 6 Wochen dauern. Wer jetzt (Juli 2026) noch nicht angefangen hat, hat sehr wenig Zeit.
Muss ich das selbst machen oder kann ich es auslagern?
Du kannst es selbst machen. Die Portale der Behörden sind öffentlich zugänglich. Der Aufwand für einen Händler mit 3 bis 5 Märkten und 2 Streams liegt erfahrungsgemäss bei 10 bis 30 Stunden für die Ersteinrichtung, plus laufende Arbeit für die Meldungen. Komplyo übernimmt alles davon.
Ich habe ein kleines Sortiment. Gilt das auch für mich?
Die Pflicht gilt unabhängig von der Sortimentsgrösse. Wer auch nur ein Produkt mit Verpackung auf einem EU-Marktplatz verkauft, muss sich registrieren. Manche Länder haben Bagatellgrenzen für sehr kleine Mengen, aber diese sind niedrig angesetzt.

Nicht selbst durch den Behördendschungel kämpfen.

Komplyo analysiert deine Situation kostenlos und übernimmt alle Registrierungen und Meldungen für dich. Direkte Kommunikation, keine Überraschungen.

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Stand: Juli 2026 · Zurück zur Startseite · Impressum · Datenschutz